Kai Schönenberg schrieb einen lesenswerten Artikel in der taz über die aktuellen Preise für Benzin und Diesel. Und darüber, daß – wie wir mittlerweile alle wissen sollten – kein Weg an der Elektromobilität vorbeiführen wird. Wer anders denkt, handelt und redet ist wie die angesprochene Ministerin Lobbyist, sollte aber kein Amt in der Politik innehaben.
Aber Kai denkt zu kurz, leider. Wer die fossile durch Elektroenergie ersetzen will, ersetzt nur alte Abhängigkeiten durch neue – viele der Stoffe die wir heute ohne nachzudenken in Batterien nutzen kommen aus China, Afrika oder sonstwo her und werden dort unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut – während der Planet dadurch vielleicht noch mehr geschädigt wird als durch den Abbau fossiler Energien. Ich weiß ich weiß – nur die wenigsten von uns könnten den berühmten Sonnenwagen der Aachener TU fahren, für den täglichen Pendlerweg im Dunkeln wär das keine Option. Die Frage muß also sein ob wir uns dieses Pendeln noch viel länger leisten können wollen/müssen.
So kann nur ein Städter denken, klar. Fahren soweit es die nichtelektrifizierten Fahrräder eben zulassen ist auf dem Land keine Option. Und “buy local”, also der Verbrauch von Lebensmitteln die höchstens 100km von uns entfernt wachsen ist ebenfalls keine, denn während in manchen Gebieten eben Wein und in anderen Kartoffeln wachsen, ist in der Wüste: genau, gar nichts.
Das sind die globalen Probleme die wir angehen sollten/müßten, nicht wie wir am besten Benziner oder Diesel durch völlig überteuerte Elektrofahrzeuge ersetzen. Wer sein Kind mit dem E-SUV zur Schule fährt macht auch nicht alles besser – seit wir wissen daß es mittlerweile mehr adipöse als unterernährte Kinder gibt (obwohl: trifft das weltweit gesehen wirklich zu? Wage ich zu bezweifeln) – sollte lieber seinem Kind ein natürlich nichtelektrifiziertes Rennrad kaufen als einen E-Scooter. Und eine Bahncard natürlich.
Meine zwei (Euro-) Cents zu diesem Thema…





